Milchstraße, Blutmond und viel Geduld – meine Nächte mit dem SkyAdventurer 2i

In den letzten Tagen habe ich mehrere Abende draußen unter dem Sternenhimmel verbracht.

Mein Ziel: die Milchstraße. Mit dem SkyWatcher Adventurer 2i WiFi habe ich verschiedene Himmelsregionen ins Visier genommen – vom Sternbild Schwan bis in den Süden zum galaktischen Zentrum.

Besonders im Schwan lief es erstaunlich gut. Einmal habe ich sogar in Richtung Andromedagalaxie gehalten, und auch das war ein schöner Moment. Insgesamt bin ich sehr zufrieden: Aus der Distanz wirken die Bilder wirklich großartig. Wenn man näher hineinzoomt, verlieren sie zwar etwas an Schärfe, aber das Gesamtbild – das große Ganze – ist einfach wundervoll. Sogar das eine Mal mit Aurora!

Verwendet habe ich ein Viltrox 20 mm f/1.8 an meiner Sony-Kamera. Damit lässt sich die Milchstraße schon recht beeindruckend einfangen. Meine Belichtungszeiten lagen zwischen 1 und 5 Minuten, die ISO variierte je nach Himmel zwischen 250 und 3000. Perfekt war das Wetter nicht – ich hatte immer wieder mit vorbeiziehenden Wolken zu kämpfen. Manche Aufnahmen sind dadurch leicht schwammig geworden. Aber unterm Strich bin ich zufrieden: Drei Nächte voller Versuche, Lernen und trotzdem Bilder, die die Schönheit der Milchstraße zeigen.

Mondfinsternis-Abenteuer auf dem Hügel

Heute Abend steht das nächste Highlight an: die totale Mondfinsternis. Dafür habe ich mir gemeinsam mit den Stargazern einen Hügel ausgesucht, der freie Sicht nach Osten bietet. Dort werde ich mein kleines „Astro-Lager“ aufbauen.

Mit dabei ist natürlich mein SkyAdventurer 2i – nicht das größte, aber auch nicht das kleinste Modell. Gerade weil ich gern größere Objektive einsetze, war das die richtige Wahl für mich, auch wenn das Ganze heute Abend ordentlich Schlepperei bedeutet.

Geplant habe ich einiges:

Mit dem SeeStar möchte ich ein Video der Mondfinsternis aufnehmen. Da der Mond sehr niedrig aufsteigt, werde ich das Gerät auf ein höheres Stativ setzen müssen, um die Perspektive zu optimieren. Mit meiner Sony und einem 800-mm-Objektiv (kein Markenobjektiv, eher eine günstige Lösung) will ich versuchen, den Mond nah heranzuholen. Sollte das nicht wie erhofft funktionieren, wechsle ich einfach zurück auf mein bewährtes 20-mm-Weitwinkel und richte den Blick wieder auf das südliche Milchstraßenzentrum, das an diesem Platz besonders eindrucksvoll zu sehen ist.

Gerade dieser Hügel hat für mich großes Potenzial. Ich denke, ich werde ihn künftig öfter für meine Sessions wählen – die Sicht ist schlicht hervorragend.

Technik, Hoffnung und ein bisschen Wetterglück

Was das SeeStar angeht, bin ich gespannt, wie stabil die Nachführung heute funktioniert. Bei der Sonne hatte ich schon erlebt, dass die automatische Nachführung nicht immer perfekt ist – und auch beim Mond muss man ein Auge draufhaben, besonders wenn Wolken dazwischenfunken.

Am Ende wird es ein Mix aus Geduld, Improvisation und ein wenig Glück sein. Ich freue mich darauf, die Ergebnisse in den nächsten Tagen zu teilen – inklusive der Bilder, die ich mit dem SkyAdventurer aufgenommen habe, und hoffentlich auch mit einem eingebetteten YouTube-Video der Finsternis.

Jetzt bleibt nur noch eines: Daumen drücken fürs Wetter! Noch ist es bewölkt, aber ich hoffe, dass sich der Himmel rechtzeitig öffnet und der Mond sich heute Abend in seiner ganzen verfinsterten Pracht zeigt.

Überblick: Warum der Mond rot wird

Eine totale Mondfinsternis entsteht, wenn die Erde exakt zwischen Sonne und Mond steht. Dabei fällt der Mond in den Kernschatten der Erde. Anstatt vollkommen dunkel zu erscheinen, leuchtet er rötlich – der so genannte Blutmond. Dieser Farbton entsteht, weil das Sonnenlicht durch die Erdatmosphäre gebrochen und dabei vom blauen Anteil befreit wird. Nur die langwelligeren roten Anteile erreichen den Mond  .

Zeitlicher Ablauf der Mondfinsternis heute (MESZ)


Beginn Halbschattenfinsternis

17:28 Uhr

Nicht sichtbar – Mond noch unter dem Horizont 


Beginn partielle Phase

18:27 Uhr

Nicht sichtbar – noch unter dem Horizont 


Beginn der Totalität

ca. 19:30 Uhr

Noch unsichtbar 


Mondaufgang – bereits verfinstert

~19:37–19:53 Uhr

In Berlin um 19:37 Uhr, in Frankfurt um 19:53 Uhr 


Maximale Verdunklung

20:11 Uhr

Voll sichtbar – der Blutmond am Osthorizont 


Ende der Totalität

20:52 Uhr

Sichtbar – Mond wird heller 


Ende der partiellen Phase

21:56 Uhr

Sichtbar – Teilverfinsterung vorbei 


Ende der Halbschattenphase

22:55 Uhr

Sichtbar – Finsternis vollständig vorbei 


Wichtig: In Deutschland beginnt die Finsternis erst ab dem Mondaufgang. Zu diesem Zeitpunkt ist der Mond bereits im Erdschatten – insbesondere in westlichen Gegenden kann die Sicht manchmal bis zu 30 Minuten beeinträchtigt sein, je nach freier Sicht Richtung Osten.

Was du heute Abend erwarten kannst

Ab dem Moment, in dem der Mond aufgeht – bereits im Schatten der Erde – wirst du direkt den rot gefärbten Mond sehen: eine intensive, fast magische Szene. Die Maximalphase um 20:11 Uhr bietet dir den besten Blick auf den „Blutmond“ – besonders eindrucksvoll, wenn du freie Sicht Richtung Osten hast und der Himmel klar ist. Die Totalität endet um 20:52 Uhr, danach beginnt die langsame Rückkehr zum normalen Vollmondlicht. Die partielle Phase endet gegen 21:56 Uhr, und bis 22:55 Uhr dauert die Halbschattenphase – danach ist das Spektakel vorbei.

Tipps zur Beobachtung

Freie Sicht nach Osten ist entscheidend – idealerweise ein freier Horizont ohne Hindernisse wie Bäume oder Gebäude  . Geduld mitbringen: Gerade im Westen Deutschlands kann es sein, dass du bis zu 30 Minuten warten musst, bevor der Mond trotz Aufgang sichtbar wird  . Kein spezielles Equipment nötig: Das Phänomen ist mit bloßem Auge sichtbar. Für besondere Details lohnt sich ein Fernglas oder Teleskop  . Fotografie lohnt sich: Belichtung, ISO und Brennweite so anpassen, dass der rötliche Farbverlauf sichtbar bleibt, aber nicht überbelichtet. Eine helle Umgebung reduziert Kontrast – ein gut abgedunkelter Horizont hilft. Das Timing ist entscheidend: Besonders die Totalität um 20:11 Uhr ist der Moment, den man nicht verpassen sollte – der Mond zeigt sich dort am eindrucksvollsten.

Hoffen wir mal das, das Wetter mitspielt!

Bis dahin!

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