Mein Abend mit der Mondfinsternis – ein voller Erfolg

Gestern war es endlich soweit: die Mondfinsternis, auf die ich mich schon Tage zuvor gefreut hatte. Für mich war es ein voller Erfolg – und ich möchte euch ein bisschen mitnehmen, wie der Abend abgelaufen ist.

Schon eineinhalb Stunden vor dem eigentlichen Ereignis hatte ich meine Sachen gepackt und vorbereitet. Kamera, Stativ, Objektive, Montierung – alles musste mit. Plötzlich tauchten Helmut und Arndt auf, zwei Freunde aus unserer kleinen „Stargazer“-Runde, ebenfalls schwer bepackt mit Equipment. Gemeinsam fuhren wir zu dem Berg, den ich mir als Standort ausgesucht hatte.

Doch schon bald merkten wir: von hier würden wir den Mond nicht früh genug sehen, er würde hinter dem Wald aufgehen. Also kurzerhand umgeplant! Wir sind auf eine höhere Stelle ausgewichen – von 180 Metern auf etwa 280 Meter – und bauten uns dort neu auf. Der Mond ließ aber weiter auf sich warten, obwohl er eigentlich schon aufgegangen sein müsste. Es war diesig, der Kompass zeigte nicht zuverlässig, und wir wussten nicht genau, wo er erscheinen würde.

Plötzlich rief Helmut: „Da, hinter den Büschen!“ Innerhalb von zehn Minuten – eher weniger – hatten wir unser gesamtes Equipment rund 100 Meter weitergeschleppt, um freie Sicht zu haben. Und tatsächlich: Gegen 20:15 Uhr zeigte sich der Mond endlich, schwach und dunkelrot, kaum sichtbar über dem Horizont.

Natürlich wurde sofort draufgehalten. Die Jungs mit ihren kurzen Brennweiten von 20 bis 70 mm hatten es schwer, überhaupt etwas Brauchbares auf den Sensor zu bekommen. Ich war mit meinem 800-mm-Objektiv – eigentlich mehr ein Teleskop ohne Blende – besser gerüstet. Zusammen mit der Sky-Watcher-Montierung konnte ich direkt draufhalten. Die ersten Aufnahmen waren ein Herantasten, auch der Seestar suchte zuerst im Süden nach dem Mond und musste manuell nachgeführt werden.

Richtig spannend wurde es, als ich den Polarstern ins Visier nehmen konnte und die Nachführung einrichtete. Damit war es möglich, die ISO bis auf 200 zu senken und Belichtungen von einer Minute oder länger zu machen, ohne dass der Mond „zerlief“. So entstanden gestochen scharfe, detailreiche Bilder, die ich später mit Lightroom nachbearbeitet habe. Meiner Meinung nach sind sie wirklich klasse geworden – und ich hoffe, euch gefallen sie auch.

Die Aufnahmen vom Seestar sowie ein Video werde ich in einem separaten Beitrag vorstellen, da es dabei noch einige zusätzliche Erfahrungen zu erzählen gibt.


Was bei einer Mondfinsternis passiert

Eine Mondfinsternis entsteht immer dann, wenn die Erde genau zwischen Sonne und Mond steht. Dabei taucht der Mond in den Schatten der Erde ein. Es gibt eine partielle und eine totale Mondfinsternis – je nachdem, ob nur ein Teil oder der gesamte Mond im Kernschatten verschwindet.

Während der Totalität erscheint der Mond in einem tiefen, rötlichen Licht. Grund dafür ist die Erdatmosphäre: Das Sonnenlicht wird am Rand der Erde gebrochen, gestreut und vor allem in den roten Wellenlängen weitergeleitet. Im Prinzip ist es das gleiche Phänomen, das auch für rote Sonnenuntergänge sorgt – nur dass hier das Licht um die gesamte Erde herum gebogen und auf den Mond gelenkt wird. So entsteht der berühmte „Blutmond“.


Unterschied zwischen Mondfinsternis und Mondphasen

Hier gibt es oft ein Missverständnis: Viele Menschen denken, dass die Mondphasen – also Neumond, Halbmond oder Vollmond – dadurch entstehen, dass die Erde ihren Schatten auf den Mond wirft. Das ist aber nicht korrekt.

Die Mondphasen entstehen allein durch die Stellung von Sonne, Erde und Mond zueinander. Der Mond leuchtet nicht selbst, sondern reflektiert nur das Sonnenlicht. Je nachdem, wie viel von seiner sonnenbeschienenen Seite wir von der Erde aus sehen können, erscheint er uns als Neumond, zunehmender Halbmond, Vollmond oder abnehmender Halbmond. Das ist ein ganz regelmäßiger Zyklus von etwa 29,5 Tagen.

Eine Mondfinsternis dagegen tritt nur bei Vollmond auf – und auch nur dann, wenn Sonne, Erde und Mond exakt auf einer Linie stehen. Nur in diesem speziellen Fall tritt der Mond tatsächlich in den Schatten der Erde. Das ist also ein seltenes Ereignis, im Gegensatz zu den Mondphasen, die sich jeden Monat wiederholen.

Zusammengefasst:

  • Mondphasen = veränderter Blickwinkel auf die beleuchtete Seite des Mondes.
  • Mondfinsternis = tatsächlicher Schatten der Erde, der auf den Mond fällt.

Wann ist die nächste Mondfinsternis – und was kommt?

1. Nächstes Mal wieder „richtig eindrucksvoll“ (Totale Mondfinsternis)

  • 3. März 2026: Die nächste totale Mondfinsternis, nach der vom 7. September 2025, findet in der Nacht vom 2. auf den 3. März 2026 statt. Sie ist erneut ein faszinierendes Phänomen und bringt den Mond in voller Blutmond-Pracht.

  • 31. Dezember 2028: Danach folgt die nächste totale Mondfinsternis, die in Deutschland sichtbar wird, jedoch erst wieder am Silvesterabend.

2. Zuvor: nur „leichte“ Verfinsterungen

  • 28. August 2026: Eine partielle Mondfinsternis, bei der nur ein Teil des Mondes in den Kernschatten der Erde tritt. In Deutschland wird der Mond zwar teilweise abgedunkelt, aber das Spektakel wirkt deutlich weniger dramatisch als bei einer Totalen.

  • 20. Februar 2027: Eine Halbschatten-Mondfinsternis – bei dieser wird der Mond nur leicht verblasst, weil er sich im äußeren Schattenbereich der Erde (Penumbra) befindet. Für das Auge eher schwer wahrnehmbar.

  • Weitere partielle Finsternisse,
    • z. B. am 12. Januar 2028 oder 6. Juli 2028, treten auf, zeigen aber ebenfalls nur begrenzte Teilverfinsterungen.Merkur


Zum Schluss habe ich sogar noch ganz kurz die Andromeda-Galaxie erwischt. Das Ergebnis ist zwar nicht perfekt – mein Objektiv war doch ziemlich verschmutzt – aber man sieht, dass durchaus etwas herauszuholen ist. Auf jeden Fall steckt da noch viel Potential drin.


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